„Die Frucht wird leicht verdaut, aber wenn jemand an der Lunge leidet und hustet, so nehme er von den Brombeerblättern, füge etwas Honig bei und koche im guten Wein. Nach einer vollen Mahlzeit trinke er davon, der Schleim wird sich lösen.“ – so Hildegard von Bingen

Schon damals wussten die Menschen um die Bedeutung von Brombeeren. Und jeder Spaziergang durch einen Wald wird mit den Jahreszeiten interessanter, wenn die Brombeere dann genauer betrachtet wird. Die Brombeere gehört botanisch gesehen zu den Rosengewächsen und ist gerade in der freien Natur mit stacheligen Sprossen übersät. Sie ist in ganz Mitteleuropa beheimatet und es gibt über einhundert teilweise schwer unterscheidbare Kleinarten. Trotzdem schmecken die Brombeeren lecker und sind umso süßer, je mehr Sonne auf die Pflanze scheint. Kein Wunder also, wenn sie zu Marmeladen, Gelees oder auch Likör verarbeitet wird.

Am vergangenen Sonntag präsentierte sich das Ernährungs- und Kräuterzentrum des CSB zum Tag des offenen Regierungsviertels unter dem Dach des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung in Dresden.

Mehr als 900 Gäste waren dabei

Am vergangenen Sonntag (21. August 2022) fanden mehr als 900 Besucher, darunter viele Familien mit Kindern, den Weg in das Ernährungs- und Kräuterzentrum des CSB im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau – das Christlich-Soziale Bildungswerk Sachsen e.V. (CSB) hatte gemeinsam mit den Schwestern des Konvents zum traditionellen Kräutersonntag eingeladen.
Die 6.000 m² große Gartenanlage des ehemaligen Klostergartens bot mit ihren mehr als 100 verschiedenen Kräuterarten und der vielfältigen farbenprächtigen Pflanzenvielfalt bei bestem Sommerwetter das passende Ambiente.

Die Gattung der Lippenblütler setzt sich vorwiegend aus polsterförmig wachsenden Stauden oder Halbsträuchern zusammen. Sie bieten gleich mehrfach Nutzen: Zum einen sind es anmutige, problemlose Zierpflanzen, die hübsch blühen und kräftig aromatisch duften, zum anderen dienen ihre Blätter als Würze in der Küche, und nicht zuletzt handelt es sich um bewährte Heilpflanzen bei Bronchial- und Magenleiden. Die bekannteste Art ist der vor allem in Südeuropa vorkommende- Echte Thymian.

Schon im antiken Griechenland galt der Mönchspfeffer als Symbol der Keuschheit. Damals sollten die Frauen an göttlichen Feiertagen enthaltsam leben und legten dazu Triebe des Mönchspfeffers auf ihre Betten. Auf dieselbe Art und Weise soll der Mönchspfeffer im Mittelalter auch den Mönchen und Nonnen geholfen haben, ihr Keuschheitsgelübde zu erfüllen. In den Klostergärten des Mittelalters wuchsen darum neben den bekannten Heil- und Gewürzpflanzen auch solche Pflanzen, die dafür bekannt waren, dass sie der „Abkehr von weltlicher Liebe dienten“

Die Robinie stammt ursprünglich aus Nordamerika und ist erst seit dem 16.Jahrhundert bei uns beheimatet. Mittlerweile ist sie hier so heimisch geworden, dass sie sich selbst aussaamt und so sicher in einigen Jahrhunderten selbstständige Wälder bilden wird. Robinien vertragen immer besser das doch recht trockene Klima bei uns. Ein Robinienbaum kann bis zu 200 Jahre alt werden und ist im Holz, in den Blättern und in den Samen giftig. Einzig die Blüten werden in der Heilkunde gesammelt. Sie wirken krampflösend.

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